Einschlafschwierigkeiten

28 Dez. 2020 | Einschlafen, Schlafberatung, Schlafverhalten

„Einschafen bedeutet Trennung.“

Einschlafen ist ein sensibler Bindungsprozess. Müdigkeit und Dunkelheit lösen das Bindungsverhalten aus. Dein Kind benötigt deine Nähe, damit es sich sicher und geborgen fühlen kann. Gleichzeitig bedeutet Einschlafen auch Trennung. Es ist also nicht verwunderlich, dass Kindern das Loslassen oftmals schwerfällt und sie versuchen, das Einschlafen so lange wie möglich hinauszögern. Du bist der sichere Hafen für dein Kind. Eine liebevolle Einschlafbegleitung kann ihm helfen, diesen sensiblen Bindungsprozess erfolgreich zu meistern.

2 Gründe, warum das Einschlafen länger dauern kann

Dauert das Einschlafen deines Kindes sehr lange? Du weißt nicht woran es liegt? Zwei Gründe könnten dafür verantwortlich sein.

1. Grund: zu wenig Schlafdruck

Liegt kein ausreichender Schlafdruck vor, dann ist dein Kind einfach nicht müde genug, damit es auch schlafen kann. Fehlender Schlafdruck macht sich dadurch bemerkbar, dass dein Kind lieber spielen möchte. Die Einschlafzeit dauert sehr lange und dein Kind wacht kurz darauf wieder auf und wirkt ausgeschlafen. Auch nächtliche Wachphasen können ein Zeichen auf einen geringen Schlafdruck sein.

2. Grund: Übermüdung

Sind die Wachphasen deines Kindes zu lange, dann wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Die Übermüdung und der damit verbundene Stress kann zu Einschlafschwierigkeiten führen. Übermüdung macht sich häufig durch das Quengeln oder Weinen deines Kindes bemerkbar. Entweder schläft es dann vor lauter Erschöpfung in kürzester Zeit ein oder es kämpft regelrecht gegen das Einschlafen. Häufiges Aufwachen in der Nacht kann ein Zeichen für eine Übermüdung deines Kindes sein.

Übermüdung

„Lass dein Kind länger wach, dann schläft es schneller ein und schläft auch länger.“ Hast du diesen Ratschlag auch schon mal erhalten? Stimmt er denn?

An dieser Stelle muss ich dir leider sagen, dass es sich hierbei um einen Mythos handelt. Denn längere Wachzeiten führen keineswegs zu einem besseren Schlaf. Ganz im Gegenteil! Je nach Alter deines Kindes kann es nur eine begrenzte Zeit am Stück wach sein. Natürlich kann man diese Wachzeit überschreiten. Dies führt allerdings dazu, dass die Tageseindrücke für dein Kind zu viel werden und infolgedessen das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird.

Und was viele nicht wissen: Übermüdung kann ein Grund dafür sein, warum dein Kind lange Einschlafzeiten hat und nachts häufig aufwacht. Es bewirkt also genau das Gegenteil.

Was kannst du also machen? Versuche die Müdigkeitsanzeichen deines Kindes zu beachten und sorge für ausreichend Schlafmöglichkeiten am Tag.

Müdigkeitsanzeichen erkennen

Stimmst du mir zu, dass es gar nicht immer so einfach ist, die Müdigkeitsanzeichen deines Kindes zu erkennen und richtig zu deuten?

Was viele nicht wissen, auch hier sind Kinder völlig unterschiedlich. Nicht jedes Kind reibt sich die Augen oder wird weinerlich, wenn es müde ist. Es kann auch sein, dass dein Kind gar keine Müdigkeitsanzeichen zeigt, weil es von den Tageseindrücken abgelenkt ist.

Mögliche Müdigkeitsanzeichen können sein:

  • Gähnen
  • sich kratzen
  • Augenreiben
  • Ohrenzupfen
  • fehlende Koordination
  • langsame Reaktion
  • vermehrter Körperkontakt
  • vermehrtes Stillen
  • Unruhe
  • quengeln oder weinen

Du bist dir unsicher, welche Müdigkeitsanzeichen dein Kind zeigt? Beobachte dein Kind in den nächsten Tagen ganz genau und versuche diese zu erkennen. Es kann einige Zeit in Anspruch nehmen, bis du es herausgefunden hast.

Warum das Einschlafstillen länger dauern kann

Du möchtest dein Kind zum Schlafen bringen und die Einschlafbegleitung dauert sehr lange? Du hast das Gefühl, dein Kind lässt die Brust gar nicht mehr los? Du bist stundenlang mit Stillen beschäftigt? Du stimmst mir sicherlich zu, dass ein langes Einschlafstillen manchmal wirklich anstrengend sein kann. Doch dafür gibt es gute Gründe.

1. Wachstumsschübe
Dein Kind wächst und es saugt sehr lange, um die Milchproduktion anzuregen und die benötigten Kalorien zu erhalten. Die Stilldauer wird sich aber wieder verkürzen, sobald die Milch besser fließt.

2. Veränderungen
Dein Kind macht gerade große äußere oder innere Veränderungen durch. Das Stillen gibt ihm hierbei das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, denn du bist sein sicherer Hafen.

3. Trennung
Einschlafen ist eine Trennungssituation. Das Einschlafstillen kann also länger dauern, weil dein Kind die Trennung von dir verhindern möchte.

3 Tipps die deinem Kind beim Einschlafen helfen können

Alleine einschlafen können Kinder bereits mit wenigen Monaten. FALSCH! Einschlafen bedeutet Trennung und ist ein sensibler Bindungsprozesse. Deshalb sind Kinder auch erst in einem Alter von ca. 3 Jahren dazu in der Lage, diese Situation alleine zu bewältigen.

Es gibt drei Möglichkeiten, wie du deinem Kind helfen kannst, entspannt und vertrauensvoll einzuschlafen.

1.Körperkontakt
Deine Nähe gibt deinem Kind das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Dadurch werden außerdem Glückshormone im kindlichen Gehirn ausgeschüttet.

2. Die eigene Haltung
Eine lange Einschlafbegleitung kann manchmal sehr anstrengend sein. Versuche dich dennoch zu entspannen. Denn deine Gefühle übertragen sich auf dein Kind. Bist du gestresst, dann nimmt es u.a. deinen schnelleren Herzschlag wahr und merkt, dass etwas nicht stimmt. Das Einschlafen wird dadurch erheblich erschwert, denn Entspannung ist eine Grundvoraussetzung zum Einschlafen.

3.Verständnis
Habe Verständnis und Geduld. Dein Kind zögert das Einschlafen nicht hinaus, weil es dich ärgern will. Das Einschlafen ist ein sensibler Bindungsprozess und fällt deinem Kind nicht leicht. Je enger die Bindung, desto schwerer fällt die Trennung. Versuche auf die Bedürfnisse deines Kindes einzugehen und die Situation liebevoll zu begleiten.

3 Fehler, die vor dem Einschlafen vermieden werden sollten

Erfahre jetzt, welche Fehler du vermeiden solltest, damit dein Kind gut schläft!

Zunächst sollten Gefühle wie Angst, Panik oder Unsicherheit vermieden werden. Stress am Abend führt dazu, dass das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird. Dies erschwert das Einschlafen und hindert dein Kind daran, entspannt zu schlafen. Wichtig ist, dass dein Kind Sicherheit und Geborgenheit erfährt und somit den Schlaf mit positiven Gefühlen verknüpfen kann.

Eine fehlende Orientierung kann ebenfalls zu Unsicherheit bei deinem Kind führen. Bei einer wechselnden Abendgestaltung kann es passieren, dass dein Kind nicht runterfahren und sich auf den Schlaf vorbereiten kann. Routinen und Rituale können dabei helfen.

Auch eine Reizüberflutung verursacht Stress. Zum Beispiel laute Musik, grelles Licht und Blaulicht sollten abends vermieden werden. Wenig Reize, Ruhe und Entspannung fördern einen erholsamen Schlaf.

Einer der häufigsten Gründe für unruhiges Schlafen ist, dass der Schlafbedarf des Kindes falsch eingeschätzt wird. Wie bereits erwähnt ist es hierbei wichtig, gut auf die Müdigkeitsanzeichen deines Kindes zu achten und den Schlaf daran zu orientieren.

 

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Deine Natalie

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