Nächtliches Aufwachen

26 Dez. 2020 | Schlafberatung, Schlafverhalten

Dein Baby wacht oft auf und benötigt deine Hilfe beim Einschlafen?

In unserer Gesellschaft hat man folgende Erwartungen an den Schlaf des Babys – mit 4 Monaten schläft es durch und mit 6 Monaten schläft es alleine. Dies ist jedoch keineswegs der Fall. Erst in einem Alter von ca. 3 Jahren sind Kinder in der Lage, alleine ein- und durchzuschlafen (natürlich gibt es Ausnahmen).

Aber warum wacht dein Kind nachts so oft auf? Es gibt einige körperliche Ursachen, die auch ärztlich abgeklärt werden sollten, z.B. Erkältungen oder Mittelohrentzündungen. Gerade Ohrenschmerzen werden nachts im Liegen verstärkt und sind für dein Kind höchst unangenehm. Aber es gibt natürlich auch völlig natürliche Gründe, weshalb es nachts aufwacht. Hunger, Durst, Ausscheidungen oder die Verarbeitung von Tageseindrücken können die Ursache dafür sein.

Es kann außerdem sein, dass dein Kind bei den Übergängen der verschiedenen Schlafphasen aufwacht und diesen Prozess noch nicht alleine schafft. Es ist hierbei auf deine Unterstützung angewiesen. Bei Kindern beträgt ein Schlafzyklus ca. 50 Minuten.

Das nächtliche Aufwachen kann auch emotionale Gründe haben und z.B. durch die Fremden- oder Trennungsangst verstärkt werden. Die fehlende Objektpermanenz kann ebenfalls dazu beitragen, dass dein Kind nachts weint und nach dir ruft. Bei einem Baby ist es nämlich so, dass es nicht versteht, dass du dich in der Nähe befindest, wenn es dich nicht mehr sehen kann.

Gründe für das nächtliche Aufwachen

Stimmst du mir zu, dass das nächtliche Aufwachen deines Kindes also durchaus begründet ist?

Gerade in den ersten Lebensmonaten benötigt ein Baby noch viele Mahlzeiten, da sein Magen noch sehr klein ist. Generell ist es das ganze erste Lebensjahr auch nachts auf Nahrung angewiesen. Die Wachstumshormone werden nämlich überwiegend zu dieser Tageszeit ausgeschüttet.

Aber es gibt noch weitere Gründe, die für das nächtliche Aufwachen deines Kindes verantwortlich sein können.

Gerade die Temperatur kann deinem Kind zu schaffen machen. Die ideale Raumtemperatur liegt bei 18 Grad. Ist deinem Kind zu warm oder zu kalt, dann kann dies eure Nacht beeinflussen. Dies kannst du sicherlich nachvollziehen, denn wer kann schon gut schlafen, wenn er schwitzt oder friert?

Aber auch eine volle Windel oder das Ausscheidungsbedüfnis kann zum Aufwachen führen und deinem Kind das Weiterschlafen erschweren.

Schmerzen und Unwohlsein können ebenfalls Gründe dafür sein, warum die Nächte nicht erholsam sind. Besonders das Zahnen bereitet vielen Kindern und auch Eltern schlaflose Nächte. Tagsüber sind die Kinder aufgrund der Tageseindrücke abgelenkt und nehmen den Zahnungsschmerz nicht so wahr, wie in der Stille und im Liegen. Aber auch Krankheiten wie z.B. Schnupfen und die dadurch erschwerte Atmung stören beim Schlafen.

Je nach Entwicklungsschritt wird dein Kind ebenfalls wieder öfters wach und benötigt deine Hilfe, um wieder in den Schlaf zu finden. Denn das neu Erlernte wird vor allem nachts verarbeitet.

Mythos Übermüdung

„Lass dein Kind länger wach, dann schläft es schneller ein und schläft auch länger.“ Stimmt das?

An dieser Stelle muss ich dir leider sagen, dass es sich hierbei um einen Mythos handelt. Denn längere Wachzeiten führen keineswegs zu einem besseren Schlaf. Ganz im Gegenteil!

Je nach Alter deines Kindes kann es nur eine begrenzte Zeit am Stück wach sein. Natürlich kann man diese Wachzeit überschreiten. Dies führt allerdings dazu, dass die Tageseindrücke für dein Kind zu viel werden und infolgedessen das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird.

Und was viele nicht wissen: Übermüdung kann ein Grund dafür sein, warum dein Kind nachts häufig aufwacht. Es bewirkt also genau das Gegenteil.

Was kannst du also machen? Versuche die Müdigkeitsanzeichen deines Kindes zu beachten und sorge für ausreichend Schlafmöglichkeiten am Tag.

Schlafstörungen als Gründe für das nächtliche Aufwachen

Wusstest du, dass ein Kind tatsächlich „Schlafstörungen“ haben kann? Man bezeichnet diese Schlafstörungen auch als kindliche Parasomnien.

Was ist ein Albtraum?

Er entsteht in der REM-Phase, also der Traumschlafphase und kommt in der zweiten Nachthälfte vermehrt vor. Hat dein Kind einen Albtraum, dann lässt es sich von dir wecken und auch beruhigen. Es wird dir wahrscheinlich von angsterregenden Trauminhalten berichten. Die Ursache von Albträumen ist häufig psychischer Stress.

Was ist der Nachtschreck?

Hierbei erwacht dein Kind schreiend kurz nach dem Einschlafen bzw. in der ersten Nachthälfte. Es lässt sich nicht wecken und ist nicht ansprechbar. Der Nachtschreck dauert ca. 15 – 20 Minuten und häufig treten hierbei auch Halluzinationen auf. Am nächsten Morgen kann sich dein Kind meist nicht mehr daran erinnern.

Was braucht dein Kind für einen guten Schlaf?

Erfahre jetzt, welche Fehler du vermeiden solltest, damit dein Kind gut schläft!
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Zunächst sollten Gefühle wie Angst, Panik oder Unsicherheit vermieden werden. Stress am Abend führt dazu, dass das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird. Dies erschwert das Einschlafen und hindert dein Kind daran, entspannt zu schlafen. Wichtig ist, dass dein Kind Sicherheit und Geborgenheit erfährt und somit den Schlaf mit positiven Gefühlen verknüpfen kann.⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
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Eine fehlende Orientierung kann ebenfalls zu Unsicherheit bei deinem Kind führen. Bei einer wechselnden Abendgestaltung kann es passieren, dass dein Kind nicht runterfahren und sich auf den Schlaf vorbereiten kann. Routinen und Rituale können dabei helfen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
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Auch eine Reizüberflutung verursacht Stress. Zum Beispiel laute Musik, grelles Licht und Blaulicht sollten abends vermieden werden. Wenig Reize, Ruhe und Entspannung fördern einen erholsamen Schlaf.⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
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Einer der häufigsten Gründe für unruhiges Schlafen ist, dass der Schlafbedarf des Kindes falsch eingeschätzt wird. Wichtig ist hierbei, gut auf die Müdigkeitsanzeichen deines Kindes zu achten und den Schlaf daran zu orientieren.⠀⠀⠀⠀

3 Strategien für einen besseren Schlaf

Diese drei Strategien können dir helfen, für einen besseren Schlaf deines Kindes zu sorgen:

1. Strategie: Achte auf einen altersgerechten Tagschlaf
Der Tagschlaf beeinflusst den Nachtschlaf. Deshalb ist es wichtig, auf die Müdigkeitssignale deines Kindes zu achten. Es sollte ausreichende Möglichkeiten bekommen, auch am Tag seinen Schlafbedarf zu decken.

2. Strategie: Übermüdung vermeiden
Übermüdung ist eine der Gründe, warum dein Kind nachts häufig aufwachen kann. Versuche dein Kind nicht extra wachzuhalten, damit es anschließend besser schläft. Meist ist nämlich genau das Gegenteil der Fall.

3. Strategie: Sicherheit und Geborgenheit vermitteln
Wenn sich dein Kind sicher und geborgen fühlt, dann kann es sich entspannen und Vertrauen aufbauen. Entspannung und Vertrauen sind Grundvoraussetzungen zum Einschlafen und fördern einen besseren Schlaf in der Nacht. ⠀⠀⠀⠀⠀

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Deine Natalie

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